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Hinter den Kulissen der Buchbranche:

Wie du KI-Schrottbücher erkennst

Vielleicht ist es euch schon aufgefallen, aber gerade auf Amazon fluten gerade täglich neue KI-generierte Schrottbücher den Markt, mehrere hunderttausend Titel sind es bereits. Es begann mit Kinderbüchern, dann folgten die Reiseführer, aktuell kommen ständig neue Kochbücher, Ratgeber, gefälschte Biografien und sogar Romane hinzu. Die Qualität ist meist mangelhaft.

BuchtsappelManchmal fällt das schon beim Cover auf, wenn auf dem Chemnitz-Reiseführer die berühmte Wolkenkratzer-Skyline der sächsischen Metropole zu sehen ist (wer kennt sie nicht? Ironie off.), der Romantitel peinliche Trennungsfehler enthält oder sogar der Name des Autors falsch geschrieben ist. Dann kann man von einer Bestellung direkt absehen.

Oft sind die Fakebücher aber auf den ersten Blick gut gemacht und haben zudem – gekaufte – positive und oft sogar verifizierte Bewertungen. Wer seine Zeit nicht mit dem aufwendigen Schreiben von Büchern verschwenden muss, hat viele Kapazitäten fürs Marketing. (Ok, jetzt aber wirklich Schluss mit der Ironie.)

Die Buchbranche ist dagegen leider machtlos, denn es ist nicht verboten, KI-generierte oder schlechte Bücher zu machen und zu verkaufen. Außerdem ignorieren die KI-Buchmacher die Impressumspflicht und sind in der Regel nicht ausfindig zu machen. Und Amazon darf schon aus kartellrechtlichen Gründen den Verkauf einzelner Titel nicht verweigern.

Was kannst du als Leser:in also tun, um dich zu schützen? Beim Buchhändler deines Vertrauens kaufen oder die Augen aufhalten. Schließlich willst du hoffentlich auch künftig neue Bücher von kleinen Verlagen und neuen Autor:innen entdecken, statt nur noch mit Bestsellern auf Nummer Sicher zu gehen.

Darum hier ein paar Tipps, worauf du achten solltest:

  • Wirf einen Blick auf die Autorenbiografie und weitere Veröffentlichungen. Kein seriöser Autor veröffentlicht mehr als zwei Bücher im Jahr. Zehn neue Titel im Monat sind definitiv ein Warnsignal. Und knapp 300 veröffentlichte Bücher auch – es sei denn, man schreibt für Perry Rhodan, die Bastei Lübbe-Liebesromanheftreihen oder Geisterjäger John Sinclair.
  • Lies den Klappentext gründlich – ist er aussagekräftig und frei von Rechtschreibfehlern?
  • Nutze den Blick ins Buch und lies kurz rein. Erfahrene Leser erkennen KI-Texte schnell.
  • Es gibt viele positive Kundenbewertungen, aber keine Rezensionen – Vorsicht!
  • Du möchtest die autorisierte Biografie einer bekannten Persönlichkeit lesen? Diese erscheinen immer in einem renommierten Verlag, nicht bei KDP (Kindle Direct Publishing), BoD oder Independent Publishing. Achtung: Bei anderen Genres muss das dagegen keine Red Flag sein.
  • Kaufe Reiseführer, Kochbücher und Ratgeber, vor allem zu Gesundheitsthemen, ausschließlich von entsprechenden Verlagen – hier können falsche Informationen nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich werden. Und Selfpublisher sind in diesen Genres selten unterwegs.
  • Schau dir Verlage, die du nicht kennst oder dir unbekannte Autor:innen auf Social Media an, um sicherzustellen, dass ein echter Mensch – gegebenenfalls mit Expertise – dahintersteckt.
  • Solltest du doch an ein KI-Schrottbuch gerade, reklamiere es bei Amazon, schick es zurück und gib eine entsprechende Bewertung ab, um andere zu warnen.